man stolpert im großen weiten Internet ja über so einiges. Wahnsinnig viele tolle Ideen und Inspirationen und Denkanstöße. Letztens bin ich über etwas gestolpert, das ich schon fast wieder vergessen hatte. Nein, vielleicht nicht vergessen, aber es ist doch schon eine ganze Weile her. Und zwar der Mutterfragebogen von Okka.
Also nicht einfach irgendeiner, sondern meiner. Hui, ist das schon wieder lange her. Okka stellte und stellt immer noch Mamas einige Fragen, in denen es um Erwartungen ans Mama-Sein geht und darum, wie man das alles schafft. HIER findet ihr meinen Fragebogen. Mich hat es sehr gefreut, das zu sehen. Wieviel passiert ist seitdem... Wie stark wir uns verändert haben.
Was hast du durchs Muttersein über dich und die Welt gelernt, dass du vorher nicht wusstest?Ich lese mir eben die Fragen und meine Antworten nochmal durch und bin erstaunt. Manches ist genau gleich geblieben. Manches hat sich in nur zwei Jahren so stark verändert. Besonders das "Zitat" von oben muss ich mir manchmal glaub ich noch ein bisschen mehr ins Gedächtnis rufen.
Hm, wie viel Platz hab ich denn hier? Ich habe gelernt, mit nur fünf Stunden Schlaf auszukommen und Kaffee als Ersatz für Schlaf einzusetzen. Das ist eine der offensichtlichen Lektionen, die man mitnimmt. Aber da ist viel mehr: Seitdem Leon da ist habe ich gelernt, die Meinung meines Umfeldes nicht mehr so stark in den Fokus und als Ziel meines Tuns zu stellen. Wenn du Mutter wirst, hat jeder tausend Ratschläge und Erwartungen an dich. Ich habe durchs Muttersein gelernt, gelassener damit umzugehen und mehr auf meine eigene Intuition zu hören – das macht meinen Sohn und mich oft zufriedener, als jeden guten (oder gut gemeinten) Ratschlag auszuprobieren.
Auf der einen Seite schaff ich es ziemlich gut, mich nicht von jedem Ratschlag aus der Bahn werfen zu lassen. Ich denke schon, dass ich am besten weiß, was gut für meinen Keks ist {neben ihm natürlich, ganz offensichtlich, jetzt da er das auch viel besser teilen kann}. Aber gleichzeitig wächst mit dem Keks auch die Erwartungshaltung der Anderen. Jeder möchte ihn sehen, es ist ja auch superaufregend, Zeit mit einem fast 5-jährigen zu verbringen. "Können wir ihn wieder mal mit in Urlaub nehmen? / Sollen wir seinen Geburtstag nicht dieses Jahr einfach bei uns feiern? / Warum eigentlich lässt du das Kind mit Magen-Darm-Infekt nicht einfach morgens seine Kabaflasche trinken, er braucht doch was im Bauch? / Dann kann er aber ja jetzt schon nächstes Jahr in die Schule kommen, oder?!". Natürlich versucht man als Mama auch, es allen recht zu machen, die einen unterstützen. Wer wäre ich, zwar alle Hilfe in Anspruch zu nehmen aber egoistisch nur mein Ding durchziehen zu wollen? Es ist einfach wahnsinnig schwierig, da einen guten Mittelweg zu finden.
Aber wie vermittelt man denn denjenigen, die es ja eigentlich nur gut meinen {das Gegenteil von gut ist gut gemeint}, dass manchmal ein bisschen weniger Hilfe auch gut ist? Ohne undankbar zu erscheinen? Ich bin gespannt, wann ich dafür eine Lösung finde.
Meine To-Do-Liste für die nächste Woche ist also:
NICHT VERGESSEN, DASS GAR NICHTS FALSCH DARAN IST, AUCH MAL SEINE EIGENEN WÜNSCHE ZU HABEN UND SIE AUCH ZU ÄUSSERN.

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