das wird die Geschichte dazu, wie mein Freund mit einiger Verspätung zu seinem Geburtstagskuchen kam. Dass das Geburtstagskuchen heißt, hat auch gar nichts damit zu tun, dass das dann tatsächlich an einem Geburtstag gebacken, übergeben oder verzehrt werden muss. Kann ja jeder, ne?!
Bei uns lief das dieses Jahr bisschen anders. (Naja, DIESES JAHR klingt so, als wären wir schon ewig zusammen. In Wirklichkeit ist es aber viel mehr der erste gemeinsam verbrachte Geburtstag gewesen...) Wenn man sich so neu kennenlernt, dann muss man ja auch erstmal rausfinden, wie der Neue so tickt. Das ist im Alltag schon schwierig, wird aber noch komplizierter, wenn dann Feiertage anstehen - zu denen ich einen Geburtstag jetzt einfach mal zähle. "Will der n Geschenk? Wie feiert der denn? Und n Kuchen? So richtig kitschig Geburtstag oder doch eher so ganz unbeeindruckt vom zusätzlichen Jahr?" - Fragen, die man sich so stellt. Jetzt muss man vielleicht im Hinterkopf behalten, dass ich ja dann doch ganz gerne etwas aufwendiger backe. So mehrstöckig. Der kleine Keks beispielsweise wird Ende November 5 und ich plane jetzt schon. Vom Neuen war mir aber bekannt, dass der es beispielsweise mit Geschenken auch an Weihnachten nicht so hat. Und trotzdem fragte er vor seinem Geburtstag mehrmals, was er denn eigentlich für einen Kuchen bekommen würde. Was fängt man denn jetzt als liebende Freundin mit den Infos an? Geburtstag also eher nicht so, Kuchen aber schon gerne... Und noch dazu: ich hab euch schon verraten, dass ich umgezogen bin. Ein Großteil meiner Sachen stand aber noch in einem Zwischenlager, auch meine Backutensilien (war auch gar nicht so viel, die drei Kisten und zwei IKEA-Taschen). Naja, der Beschluss wurde gefasst: der Mann braucht einen Kuchen. Kriegt einen Kuchen. Geburtstag am Samstag, er arbeitete Freitag. WUNDERBAAAAARST.
Wäre da nicht ein Kopf. Mein Kopf. Mit der Migräne (und in Teilen auch einem Minikätzchen vom Bier am Abend vorher). Geplant war, den Neuen zur Arbeit zu verabschieden, mich in ein Outfit zu werfen, in dem ich im Supermarkt nicht ganz blöd angeschaut werde und dann den restlichen Tag in der Küche zu verbringen. Die Realität war, dass ich den ganzen Tag im Bett lag. Im besten Fall konnte ich mich von links nach rechts drehen, aber auch nicht immer. Im schlimmsten Moment musste ich weinen, weil mir die Heizung zu laut war. Aber das musste sein, weil mir gleichzeitig kalt war. Will sagen: es war furchtbar. An Aufstehen war nicht zu denken. Genau gesagt stand ich zum ersten Mal auf, als der Neue um 16.45 schrieb, dass er jetzt nach Hause käme. Und das auch nur, weil wir zu einem Heimatbesuch aufbrechen wollten. Denn: Geburtstage sind wichtig genug, dass man dafür für weniger als 12 Stunden nach Hause fährt, nur um sie mit Eltern zu verbringen. Projekt Geburtstagskuchen war also verschoben.
Cut a long story short (wenn wir ehrlich sind, dann ist es für short schon zu spät): Ein Abendessen mit den Schwiegereltern, einen durchfeierten Abend (der Neue feierte, ich fuhr in nach Hause, weil ich auf Ibus war), eine 5-stündige Heimfahrt und ein verspätetes Geburtstagsfrühstück mit Freunden später habe ich es ZWEI Tage danach geschafft, mich in die Küche zu stellen. Für alle, die nicht nochmal nach oben scrollen möchten: es gab Guinness-Schoko-Kuchen.
Das ist das Vorher-Bild. Hier kommt, wie ihr diese und weitere Zutaten supereinfach in einen sehr leckeren (Geburtstags)-Kuchen verwandelt.
Ihr braucht:
- 250 ml Guinness
- 250 g Butter
- 75 g Kakaopulver (bitte wirklich das Gute, nicht einfach den Kaba von eventuell vorhandenen Kindern nehmen)
- 150 g Zucker
- 140 ml Saure Sahne
- 2 große Eier
- 275 g Zucker
- 2,5 TL Natron
Wenn der Kuchen ausm Ofen ist, könnt ihr ihn in der Form auskühlen lassen. Ich mag es ganz gern, wenn oben drauf noch ein klein bisschen Frischkäse-Frosting kommt. Wenn man es nicht so akurat verstreicht, dann ähnelt das Kunstwerk sogar einem Glas Guinness... So mit Phantasie... Für das Frosting jedenfalls 300 g Frischkäse mit 125 g Puderzucker vermischen, etwa 120 ml Schlagsahne dazu und ich gebe immer gern noch etwas Zitronensaft für die Frische dazu.
In meinem Fall sah das gute Stück dann am Schluss so aus. Der Neue hat sich auch noch zwei Tage später sehr drüber gefreut. Wir haben so richtig nachgefeiert, mit einer Folge House of Cards im Bett, kuchenessend. Wie man das so macht, in unserem Alter...
Lasst mich doch mal wissen, falls ihr den Kuchen nachbackt. Ist wirklich supereinfach und schmeckt sooooooooooo gut!


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